Ein Air Operator Certificate ist die von einer nationalen Luftfahrtbehörde erteilte Genehmigung — den EASA-Mitgliedstaaten, der britischen CAA, Transport Canada und ihren Pendants weltweit —, die es einem Unternehmen erlaubt, Luftfahrzeuge für die gewerbliche Luftbeförderung zu betreiben. Es ist das internationale Gegenstück zum US-amerikanischen FAA-Part-135-Zertifikat. Ohne ein solches darf ein Unternehmen seine eigenen Luftfahrzeuge privat fliegen, doch in dem Moment, in dem es einen Flug öffentlich verkauft, handelt es illegal.

Der Erwerb eines AOC ist ein langwieriger, kostspieliger Prozess, und genau das ist der Sinn dahinter. Der Antragsteller muss Betriebs- und Wartungshandbücher vorlegen, benannte verantwortliche Personen (Postholder) für Flugbetrieb, Wartung, Crew-Schulung und Sicherheit bestellen, ein formales Sicherheitsmanagementsystem betreiben, eine gewerbliche Versicherung vorhalten und unter Aufsicht der Behörde Nachweisflüge durchführen. Jedes Luftfahrzeug, das der Betreiber verchartern möchte, muss einzeln in den Betriebsspezifikationen des Zertifikats aufgeführt sein. Die Erstzertifizierung dauert in der Regel sechs Monate bis weit über ein Jahr, und die Behörde prüft auch nach der Erteilung weiter — ein AOC kann jederzeit ausgesetzt oder widerrufen werden.

Für einen Charterkunden ist das AOC das Erste, was bei jedem Flug außerhalb der Vereinigten Staaten zu bestätigen ist. Fragen Sie nach dem juristischen Namen des Betreibers und danach, welche Behörde sein Zertifikat ausgestellt hat, und vergewissern Sie sich, dass das konkrete Kennzeichen darauf aufgeführt ist — ein wiederkehrendes Gray-Charter-Muster ist ein rechtmäßig zertifiziertes Unternehmen, das ein Luftfahrzeug anbietet, das nie in sein AOC aufgenommen wurde. Auch die Geografie spielt eine Rolle: Zertifikate sind mit Beschränkungen der Verkehrsrechte verbunden, sodass ein US-Part-135-Betreiber in der Regel keinen Flug zwischen zwei europäischen Städten verkaufen kann und ein EU-AOC-Inhaber bei Inlandsstrecken innerhalb der USA Kabotagebeschränkungen unterliegt. Ein seriöser Betreiber wird Ihnen diese Einschränkungen erläutern, statt um sie herum zu improvisieren.

Auf zwei Missverständnisse lohnt es sich hinzuweisen. Erstens ist ein AOC eine rechtliche Untergrenze, keine Sicherheitsbewertung — es belegt, dass der Betreiber den Mindeststandard erfüllt, während unabhängige Audits wie ARGUS- und Wyvern-Bewertungen messen, wie weit über dieser Untergrenze der Betreiber steht. Zweitens ist das Unternehmen, dessen Name auf dem Luftfahrzeug steht, oder der Makler, der die Reise arrangiert hat, oft nicht der Zertifikatsinhaber. Viele Jets gehören Privatpersonen, werden von einer Managementgesellschaft verwaltet und unter deren AOC verchartert. Der Zertifikatsinhaber ist die Partei mit der operativen Kontrolle und der rechtlichen Verantwortung für Ihren Flug — das ist also der Name, der in Ihren Vertrag gehört.

Jedes Luftfahrzeug im Yond-Katalog führt die direkten Kontakte seines Betreibers auf, sodass Sie diese Fragen direkt an den Zertifikatsinhaber richten können, bevor Sie sich auf eine Reise festlegen.

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